Dein GIS — das unbekannte Wesen

Manch einer macht sich garkeine Gedanken darüber, was ein GIS ist. Viele haben garkeinen Kontakt zu einer solchen Software. Trotzdem gibt es sicher viele, die ein GIS einsetzen könnten.

Aber Alles der Reihe nach! :-)

GIS steht zunächst einmal für Geografisches InformationsSystem. Eine solche Software kommt überall dort zum Einsatz, wo Informationen einem definierten Ort oder Raum zugewiesen werden können (georeferenzierte Daten). Ursprünglich wurden solche Systeme eingesetzt, um in der Industrie und Immobilienwirtschaft Leitungs- oder Gebäudebestände abzubilden. Mit der Weiterentwicklung der Systeme konnten dann auch planerische Aufgaben erledigt und strategische Aussagen getroffen werden. Systeme wie GE Smallworld GIS sind in erster Linie klassische Vertreter für die Gruppe der bestandsverwaltenden Systeme, mit dem man aber mittlerweile strategische Entscheidungen sehr gut treffen oder unterstützen kann. Ein System wie Grass war jeher der Forschung zugetan. Vom Militär entwickelt, enthält es eine Vielzahl von Werkzeugen, mit denen man Rasterdaten (z. B. Luftbildaufnahmen) auswerten kann. Die Schwerpunkte der beiden Systeme zeigen schon deutlich, dass sich die Aufgaben, die ein solches System erledigen kann deutlich unterscheiden. Auf der einen Seite Rasterkarten (Bitmaps) nur als Hilfe zur Orientierung und ansonsten vektororientierte Sachdatensätze. Auf der anderen Seite Vektoren oder neue Bitmaps als Ergebnis einer komplexen Auswertung von Rasterinformationen (z. B. Waldbrand- oder Hochwassersimulationen).

Smallworld als kommerzielles Produkt bringt einen hohen Kostenfaktor mit sich. Die Lizenzen und die Wartung sind nicht unbedingt preiswert. Dafür erhält man aber ein sehr umfangreiches System, das fast keine Wünsche offen lässt. Den Rest kann man programmieren. ;-)
OpenSource oder Freeware hingegen kann durch die teilweise sehr ausgereiften Funktionen und die Möglichkeit einer Anbindung an kommerzielle oder freie Datenbanken durchaus von Interesse sein. Auch wenn es um die Verwaltung großer Bestände oder Mengen von Kartenmaterial geht.

In den nächsten Beiträgen werde ich mich genauer über die einzelnen Systeme und deren möglichen Einsatz auslassen.

Ein GIS bringt normalerweise eine grafische Oberfläche, auch GUI genannt, mit sich. Hier kann der Anwender oder Administrator auf das System einwirken. Viele Systeme bringen heute ein AddOn oder eine Schnittstelle für eine webbasierte Oberfläche mit. Smallworld hat einen eigenen Webserver-Dienst, andere System können mit dem UNM Mapserver verbunden werden.
Jedes System arbeitet mit einer eigenentwickelten oder externen Datenbank (z. B. Oracle, PostGIS, MySQL) um Sachdaten verwalten zu können. Hierbei handelt es sich nicht immer um eine echte Datenbank. Manche Daten werden in ESRI Shapefiles abgelegt oder im GML/XML-Format gespeichert. Smallworld bringt eine eigene Datenbank mit sich, auf die man von ausseerhalb des GIS nur sehr schwer zugreifen kann. Andere Systeme setzen auf PostGIS oder Oracle Spatial. Sobald mehrere Anwender gleichzeitig auf die Daten zugreifen sollen, ist eine Client-Server-Architektur zumindest für die Daten(-banken) von Nöten.

Die nächsten Beiträge bringen dem interessierten Leser Hinweise und Ansätze, aus denen der Unterschied zwischen den unterschiedlichen Systemen besser hervorgeht.

In jedem Fall lohnt es sich für alle Unternehmen, die Daten mit einem räumlichen Bezug besitzen, mal genauer hinzusehen, ob eine solche Software den Umgang mit diesen Daten nicht erleichtern kann. Hierzu müssen bestehende Datenbank nicht zwangsläufig aufgelöst werden oder die Daten doppelt gehalten werden. Bei einer geschickten Integration wird sich der Freund von MS Access nicht von seinen Abfragen, Berichten und VBA Makros trennen müssen. Die anderen Mitarbeiter erhalten durch den Eisatz des GIS aber einen deutlich merklichen Mehrwert im Sinne einer Produktivitätssteigerung. Wobei ich im Zusammenhang von Computern dieses Wort nur sehr ungerne benutze.

Wenn man vom Bereich der Versorger und Immobilien zum Bereich des Geomarketings schaut, wird es vermutlich kein entsprechendes Unternehmen geben, was nicht zumindest ein in die Auswertetools integriertes GIS betreibt. Gerade diese Branche kann ohne mehr oder weniger gut georeferenzierte Daten nicht leben. Aber auch dazu später mehr.

ca. 6:00 min / 4,2 Mb

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: