Geomarketing / Business GIS

Der Begriff Geomarketing wird im englischen Sprachgebrauch nicht benutzt. Hier verwendet man den Begriff Business GIS. Die beiden Begriffe sind zwar ähnlich, unterscheiden sich aber dennoch. Geomarketing ist ganz klar auf die gezielte kundenorientierte Vermarktung von Produkten ausgerichtet. Business GIS umfasst hier auch produktionsrelevante Aspekte. Ebenso ist der Ursprung der Begriffe unterschiedlich: Geomarketing kommt eher aus dem Bereich geographisch orientierter Ökonomen, Business GIS eher aus der Wirtschaftgeographie. F. Schüssler definiert den Begriff Geomarketing deshalb so:

„‚Geomarketing‘ bezeichnet die Planung, Koordination und Kontrolle kundenorientierter Marktaktivitäten mittels Geographischer Informationssysteme; somit werden Methoden angewendet, welche den Raumbezug der untersuchten Daten herstellen, analysieren und darstellen können“ (SCHÜSSLER 1997).

Angefangen hat wohl alles mit Wandkarten, bunten Stecknadeln und Bindfäden. Hiermit wurden Bereiche auf Karten definiert, die den Einzugsbereich von z. B. Unternehmen oder Geschäften kennzeichnen. Anhand dieser Methode konnte man schon ganz gut sehen, ob irgendwo noch weiße Flecken waren, denen man besonderes Augenmerk schenken sollte. Aber die Möglichkeiten dieser Methode waren auch recht begrenzt. Externe Daten konnten nur schlecht in den Karten dargestellt werden und mussten trotzdem wieder in Listenform zur Auswertung herangezogen werden.

Mit der seit Ende der 70’er bis heute anhaltenden rasenden Entwicklung von Computerhardware und immer besserer Software kann diese Lücke aber immer schneller und effektiver geschlossen werden. In den späten 70’ern wurden in Großbritannien erste Untersuchungen unter dem Gesichtspunkt „Geomarketing“ gestützt durch die damals verfügbare Technologie angestellt.

Um für das Geomarketing geeignet zu sein, muss ein GIS nur rudimentäre kartographische Funktionen mitbringen. Viel wichtiger sind Funktionen zur Verschneidung der Daten, sowie möglicherweise Routingfunktionen und Hilfsmittel zur Interpolation. Als Anwendungsfelder des Geomarketing kann man folgende Bereiche als Beispiele auflisten:

  • Einzelhandel
    • gezielte Bewerbung der Kunden in einem optimierten Einzugsbereich
  • Vertrieb
    • optimierung und Steuerung des Aussendienstes
    • verbessertes Franchising
  • Medien
    • Optimierung des Lokalteile in Zeitungen
    • gezielte Steuerung von Beilagen (z. B. Werbung)

Die Vorteile des computergestützen Geomarketing mit einem GIS liegen auf der Hand. Erst durch die Erfassung und Georeferenzierung spezifischer Daten, können komplexe Karte und kombinierte Inhalte effizient und in kurzer Zeit erstellt werden (Visualisierung). Die verfügbaren Daten steigen bezüglich Ihres Volumens durch einen qalitativen und quantitiven Zuwachs. Hardwarekosten spielen heutzutage keine wesentliche Rolle mehr, da ein Desktop GIS auf nahezu jedem gängigen PC betrieben werden kann. Die größten Kosten werden durch die LIzenzen für Software und externe Daten produziert. Durch die kurzen Berechnungszeiten für Analysen und Verschneidungen kann die beste Lösung aus einer Reihe von möglichen Ansätzen durch Herantasten (trial-and-error) ermittelt werden.

Also, wenn ihre Daten alle irgendwie einen räumlichen Bezug haben und sie immer noch kein GIS-ähnliches Werkzeug benutzen, verschenken sie mehr potenziellen Gewinn als sie bisher annehmen. Sie sollten ihre ganzen Listen durchsehen, um darin fegliche mit den Objekten verknüpfbare Information zu finden. Sie werden der Konkurrenz einen Schritt voraus sein. Verschwenden sie die Information nicht! ;-)

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