OpenStreetMap und GE Smallworld GIS

Anwendertage sind eine großartige Gelegenheit, sich mit anderen Anwendern auf einem gleichen Level zu unterhalten, Ideen auszutauschen und einfach mal zu hören, was Andere z. B. mit dem GIS anstellen, das man selbst einsetzt. Am 03. und 04. Juli 2012 hat die GIS Consult GmbH (GC) aus Haltern am See rund 80 Anwender zu einem solchen Treffen ins Hotel Seehof in Haltern am See eingeladen. Aus organisatorischen Gründen konnte ich nur am ersten Tag an der Veranstaltung teilnehmen.

Die GIS Consult ist mir schon seit vielen Jahren als Dienstleister bekannt. Durch den sehr guten Kontakt zu den EntwicklerInnen und Beratern ist es hier und da vorgekommen, dass aus Ideen, die in Gesprächen aufgegriffen wurden, eine sinnvolle Erweiterung entstanden ist. So auch die Schnittstelle zum OpenStreetMap (OSM) Projekt über welche dieser Blogpost berichtet. Durch meine Tätigkeit im OSM Projekt entstand irgendwann die Idee, dieses Kartenmaterial im GE Smallworld GIS (SW GIS) als Hintergrundrasterkarte zu nutzen. Zu dieser Zeit hatte ich die Adressdaten noch gar nicht ins Auge gefasst, da diese noch nicht ausreichend vollständig vorhanden waren.

Da der GIS Consult mein Interesse an OSM und meine Aktivitäten bekannt sind, hat man mich etwa im April 2012 gefragt, ob ich nicht etwas zum Thema OSM und SW GIS vortragen möchte. Zu der Zeit hatte ich eine Teststellung der Schnittstelle (GC OSM SOM = GIS Consult OpenStreetMap Spatial Objekt Manager) verfügbar. Aber die Suche über den Nominatim Service war noch nicht in unseren Client (SWAF) eingebunden. Die OSM Karten im Mapnik Kartenstil konnten per Direktzugriff aufs Internet im Vollclient (SWAF) eingebunden und angezeigt werden. Ein Update auf die aktuellste Version des GC OSM SOM brachte dann alle Funktionen in das SW GIS und funktionierte einwandfrei. Die Karten konnten ja schon vorher angezeigt werden, aber jetzt funktionierte auch die Suche und Anzeige von Adressdaten über den integrierten Nominatim Service.

Ich durfte die Vortragsreihe des ersten Tages mit meinem Beitrag eröffnen. Das hat den Vorteil, dass die Zuhörer noch sehr aufmerksam sind. Es hat aber aus meiner Sicht den Nachteil, dass ich mich nicht auf andere Beiträge und Themen beziehen konnte. Wie sich herausstellte, haben das dann aber die anderen Vortragenden übernommen und an vielen Stellen auf den Einsatz der OSM Karten oder OSM Karten als Alternative hingewiesen. Und das durchaus positiv. Allein wenn es um die Genauigkeit geht, kann man in einigen Anwendungsbereichen nicht auf Katastergenauigkeit verzichten. Aber immer dann, wenn es um Übersichtskarten ging, wurde OSM als mögliche und teilweise einzig mögliche Alternative genannt. Die global agierende Immobilienverwaltung des ThyssenKrupp Konzerns (TK RE) setzt OSM konsequent als Basiskarte ein, da in vielen Ländern gar kein Kartenmaterial zur Verfügung steht. Die AnwenderInnen dort haben verstanden, dass die Karte zwar nicht überall verfügbar ist, ich aber mit vertretbarem Aufwand die Daten ergänzen kann. Damit erhalte ich genau die Informationen, die ich brauche, stelle diese aber auch anderen OSM Nutzern wieder zur Verfügung. Der Nutzen liegt also auf beiden Seiten – so wie es sein soll.

Als Immobilienunternehmen kann die Immeo Wohnen Service GmbH, für die ich arbeite, ab einem gewissen Maßstab (bis 1:5000) nicht auf das Lizensieren von Katasterkarten verzichten. Alle Karten die dann noch folgen sind in erster Linie als Übersichtspläne gedacht. Hier kann das Kartenbild des Mapnik-Kartenstils überzeugen und detaillierte Pläne zeichnen. Die Kollegen, die bisher einen Blick auf die Karten geworfen haben fanden diese ansprechend und für unsere Zwecke qualitativ vollkommen ausreichend.

Meinen Vortrag habe ich in „bereinigter“ Form hier zur Verfügung gestellt (public domain)

LibreOffice Impress ODP

PDF

Im Anschluss an den Vortrag haben sich ein paar Fragen aus dem Publikum ergeben, die sich zufriedenstellend beantworten ließen. In den Vortragspausen konnte ich weitere Gespräche mit Teilnehmern führen, die sich für die OSM Daten interessierten. Hier ging es erwartungsgemäß um Aktualität, Qualität und Lizenz der Daten. Viele Aspekte ließen sich klären, andere Punkte, die dann in die private Nutzung gingen, werde ich im Nachgang beantworten.

Seit meinem letzten Besuch beim Wo?-Kongress ist bei vielen zumindest das Ziel des OSM Projektes richtig angekommen. Man sieht OSM nicht als Konkurrenz, sondern als Alternative. Professionelle Anwender haben erkannt, dass OSM unter den richtigen Voraussetzungen eine frei verfügbare Basiskarte ist, die man, Dank der Entwicklung von GIS Consult, jetzt auch im GE Smallworld GIS nutzen kann. Ebenso habe ich bei der Vorbereitung dieses Vortrags mitbekommen, dass Google seit der Lizenzumstellung für Entwickler und Nutzer der Google API immer unattraktiver wird. Hier zieht sich der Hashtag #switch2osm durch viele Blogposts (siehe als Beispiel [gpsies.de]). Entwickler von mobilen Anwendungen oder klassischen Webanwendungen haben erkannt, dass sich der Blick auf die OSM API lohnt.

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